Haarausfall: Ursachen abklären statt Mittel probieren
Erblich, kreisrund oder diffus – die Formen unterscheiden sich grundlegend, ebenso die Behandlung.
Haarausfall wird häufig auf eigene Faust behandelt. Weil die Formen völlig unterschiedliche Ursachen haben, führt das selten zum Ziel.
Wie viel ist normal?
Bis zu etwa 100 Haare pro Tag zu verlieren ist physiologisch. Auffällig wird es, wenn sich das Volumen sichtbar verringert, die Kopfhaut durchscheint oder der Verlust über Wochen deutlich zunimmt.
Die häufigsten Formen
- Androgenetisch (anlagebedingt) – bei Männern Geheimratsecken und Tonsur, bei Frauen eine Lichtung im Scheitelbereich
- Diffus – gleichmäßige Ausdünnung, oft einige Monate nach Auslöser wie Infekt, Operation, Gewichtsverlust, Eisenmangel, Schilddrüsenstörung, Geburt
- Kreisrund (Alopecia areata) – scharf begrenzte kahle Areale, autoimmun bedingt
Warum die Abklärung zuerst kommt
Diffuser Haarausfall bessert sich oft von selbst, sobald die Ursache behoben ist – ein Eisen- oder Schilddrüsenproblem lässt sich behandeln. Anlagebedingter Haarausfall dagegen schreitet ohne Therapie fort. Dieselbe Behandlung passt also nicht auf beide.
Was wir untersuchen
Gespräch zum Verlauf und zu möglichen Auslösern, Untersuchung der Kopfhaut mit dem Auflichtmikroskop (Trichoskopie), gezielte Laborwerte – unter anderem Ferritin, Schilddrüse, Blutbild.
Behandlungsmöglichkeiten
Je nach Diagnose kommen äußerliche Wirkstoffe, innerliche Therapien, PRP-Behandlungen oder – bei Mangelzuständen – gezielte Substitution infrage.
Früh ist besser
Haarfollikel, die vernarbt oder vollständig zurückgebildet sind, lassen sich nicht reaktivieren. Je früher die Ursache feststeht, desto mehr Möglichkeiten bleiben.